Herzlich willkommen auf den Seiten des Clara-Viebig-Zentrums in Eisenschmitt!
Auf diesen Seiten finden Sie Wissenswertes rund um Clara Viebig - die Eifeldichterin - und das Clara-Viebig-Zetrum in Eisenschmitt.Wir würden uns freuen, Sie recht bald persönlich im wunderschönen Salmtal begrüßen zu können.
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Impressionen vom 16.7.2011 |
Wer kennt die einst berühmte Schriftstellerin Clara Cohn?
Ein Vortrag über Leben und Werk im Clara-Viebig-Zentrum Eisenschmitt
Für versierte Literaturfreunde keine Frage: Hier ging es um Clara Viebig (1860-1952), die mit dem 4 Jahre jüngeren Verleger Friedrich Theodor Cohn bis zu dessen Tod 1936 über 39 Jahre verheiratet gewesen war. 19390 hatte man ihr gestattet, wieder ihren Mädchennamen und Künstlernamen anzunehmen.
Im übertragenen Sinne kehrte sie nun an den Handlungsort ihres ersten Erfolgsromans „Das Weiberdorf“ nach Eisenschmitt zurück, wo Bürgermeister Georg Fritzsche Christel Aretz und Peter Kämmereit, die beiden Herausgeber des Buches „Clara Viebig – Ein langes Leben für die Literatur“, zu einem Vortrag über ihr Leben und ihr Werk begrüßen konnte.
„Was würde Clara Viebig heute sagen, wenn sie, von Manderscheid kommend, in das wie eh und je im Tal der Salm schlummernde, von dunklen Tannen umkränzte Dorf, in das ,Eifelschmitt’ aus ihrer Feder, hineinführe, und an einer gelben Hauswand unübersehbar ihren Namen sähe: Clara-Viebig-Zentrum!?“ So hatte Georg Fritzsche in einem Beitrag zu diesem Standardwerk, das 2010 zu Viebigs 150. Geburtstag herauskam, geschrieben. In die Freude, dass gemäß ihrer großen literarischen Bedeutung für die Eifel hier in einem einst jüdischen Kaufhaus eine lebendige Begegnungsstätte entstanden ist, hätte sich wohl die Erinnerung an das Leid gemischt, das die Nazi-Herrschaft über die Familie Cohn (wie auch über die einstigen Eigentümer des Clara-Viebig-Zentrums) brachte. Durch den Vortrag konnten nun die Zuhörer auch bislang unbekannte Details aus Viebigs Leben während der Nazi-Herrschaft erfahren. Spekulationen über ihre Rolle gab es insbesondere deshalb, weil in dieser Zeit drei ihrer Romane wieder aufgelegt wurden, Viebig der Reichsschrifttumskammer beigetreten war und ihr älterer Bruder in die Familie der Nazigröße Reichsmarschall Göring eingeheiratet hatte.
Das Buch über Viebig, so die Herausgeber, gibt nun Auskunft: „Uns geht es nicht gut, mehr kann ich nicht sagen.“ hatte sie einer befreundeten Schriftstellerin während der Nazizeit geschrieben. Und „ich hatte geschwiegen“ hatte sie nach dem Krieg in einem Rundfunkinterview gesagt. Was hätte die als jüdisch versippt diskriminierte Viebig auch anderes tun können, wenn sie erleben musste, wie ihr Mann, Mitinhaber der Deutschen Verlagsanstalt als Jude aus dem Verlag herausgedrängt wurde, ihr einziger Sohn als Halbjude aus Deutschland fliehen musste oder die Clara-Viebig-Straße in Düsseldorf umbenannt wurde? Ihrem Ehemann blieb durch den frühen Tod 1936 die sichere Deportation in die Vernichtungslager der Nazis erspart.
Wie Aretz und Kämmereit weiter berichteten, hatte mit Viebigs Heirat des Verlegers Cohn und der Geburt des einzigen Sohnes die glücklichste und schönste Zeit ihres Lebens begonnen. Insbesondere mit den Einnahmen der Bestsellerin Viebig (sie schrieb stets unter ihrem Mädchennamen als Pseudonym) konnten die Cohns ein herrschaftliches leben führen, in ihrer im Berliner Stadtteil Zehlendorf erworbenen Villa gingen die Geistesgrößen der Zeit ein und aus. Aber dann kam der 1. Weltkrieg, von dem an das Leben der Cohns eine Wende nahm. Cohn, der jüdische Name ein Stigma, konnte für den Sohn in den Mädchenname der Mutter geändert werden. Und so durfte er Offizier werden und zog in den Krieg, aus dem er heil herauskam Aber durch verlorene Kriegsanleihen, Weltwirtschaftkrise und Inflation schmolz der Reichtum dahin. Im 2. Weltkrieg floh Viebig vor dem Bombenhagel auf Berlin nach Schlesien, von wo sie die Polen vertrieben. Ihr blieben 2 Zimmer in ihrer Villa, wo sie 1952 mit 92 Jahren verstarb.
Appetithappen aus Viebigs Eifelwerken, die der Rhein-Mosel-Verlag in seinem Verlagsprogramm führt, rundeten den Vortrag über Viebigs Leben ab. Auch das Buch „Clara Viebig – Ein langes Leben für die Literatur“ ist im Rhein-Mosel-Verlag erschienen und für € 19,80 im Buchhandel erhältlich.









